Gesellschaftskritische Anspielungen sind in Simenons Werk an zahllosen Stellen zu finden – im Kleinen wie im Großen. Schaut man sich die Maigrets an, wird dort oft thematisiert, wie gut es die Bedeutenden und Reichen verstehen, Einfluss zu ihren Gunsten zu nehmen. Oder wie der Kommissar selbst feststellen muss, dass Erfahrung als Ballast verstanden wird von denen, die mit modernen Ideen von den Universitäten kommen.
Was ein Umzug bewirken kann: Emil Jovis hat die Stadt satt und zieht in die Pariser Vorort-Siedlung Clairevie. Dort bekommt er mit, was in der Nachbarwohnung »abgeht«. Da er Ähnliches nicht kennt, beschließt er, den Gewohnheiten der Nachbarn auf den Grund zu gehen. Keine sehr gute Idee, wie der geübte Simenon-Leser bald erkennt. Aber wie immer ist das eine Erkenntnis, die dem Leser vorbehalten bleibt.